Addis Ababa

Goodbye EFI 😦

Aber erstmal viele Grüße aus Addis Ababa… der Hauptstadt Äthiopiens.

Fünf Radtage liegen zwischen Bahir Dar und meinem jetzigen Standort. Am Rest Day in Bahir Dar habe ich mich noch super gefühlt und war fit für die nächsten fünf Tage auf dem Bike. Abends sind wir mit nen paar Leuten noch was essen gegangen und ich denke das war ein großer Fehler… In der Nacht selber habe ich kaum ein Auge zu bekommen und habe mehr Zeit im Bad als im Bett verbracht.

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Dementsprechend gerädert fühlte ich mich auch am nächsten Tag und eine Besserung war nicht wirklich in Sicht. Trotzdem wollte ichs versuchen. 162km Strecke und 1500m Höhe. Nicht wirklich die Route, die man sich wünscht wenn man sich nicht gut gefühlt.. Naja, also so gut es eben ging gefrühstückt und ab gings aufs Bike.

Haben uns mit mit sechs Leuten auf den Weg gemacht und wollten die Sache ganz entspannt angehen lassen und jeden Coke Stop und sonstige Unterbrechung mitnehmen. Die ersten 50km habe ich auch noch super gepackt und hatte keinerlei Probleme. Allerdings fingen dann die Magenkrämpfe an… Nicht wirklich ein Vergnügen. Lunch war bei KM 86 aufgebaut. Bis dahin wollte ich mich irgendwie schleppen… Es wurde allerdings immer schlimmer und schlimmer. Bei KM 71 ging schließlich gar nichts mehr und ich musste mich an den Straßenrand legen und mich vom Truck abholen lassen.

Das hat nen bissl gedauert…und während ich so am Straßenrand lag und auf meinen Pick Up gewartet habe kamen mehr und mehr Kinder, um zu gucken was wir denn da so treiben. Normalerweise hab ich kein Problem damit, aber in dem Augenblick wollte man einfach nur seine Ruhe haben. Claire hatte alle Hände voll damit zu tun, die Kinder von unseren Rädern und von uns selber Fern zu halten..

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“Zum Glück” kam ein Kleinbus mit irgendwelchen Touristen vorbei und dann begann das abstruseste Schauspiel, was ich bisher gesehen habe:

Der Kleinbus verlangsamte auf Schrittgeschwindigkeit, die Fenster wurden geöffnet und die vier oder fünf Insassen schmissen kleine Süßigkeiten aus dem Fenster. Nun waren wir gänzlich uninteressant für die Kinder. Sie stürzten sich auf die Fruchtgummis, Schokolade und alles andere, schlugen und traten dabei gegenseitig aufeinander ein und versuchten ihre eigene Beute zu verteidigten. Die Touristen knipsten währenddessen lustig ihre Fotos fürs Album.

Als die Süßigkeiten mehr oder weniger “gerecht” unter den Kindern aufgeteilt waren, wurden neue geschmissen und das Schauspiel begann von neuem…. der Anblick war einfach nur ekelhaft.

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Nun gut… da lag ich also und wartet auf den Truck. Der ein oder andere Gedanke kreise dann doch wieder durch meinen Kopf, ob ich es nicht doch nochmal versuchen sollte und dass es vllt nach einer kurzen Pause besser werden würde… DIe Vernunft hat jedoch schließlich gesiegt und ich habe mein EFI EFI sein lassen. Vllt hätte ich es irgendwie geschafft… aber es wäre definitiv kein Vergnügen gewesen und es wäre zur richtigen Qual geworden. Ich wollte es den anderen auch nicht zumuten auf mich “aufzupassen”, was sie mit Sicherheit getan hätten. Von daher war die Entscheidung wohl die richtige.

Die Fahrt im Truck selber wurde auch schon zur Herausforderung. Musste ständig damit kämpfen mich nicht übergeben zu müssen. Im Camp angekommen hab ich meine Isomatte aus dem Locker geholt, in den Schatten gelegt und bis zum Dinner geschlafen. Die anderen haben währenddessen mein Zelt aufgebaut und mich mit frischem Wasser versorgt.

Essen konnte ich an dem Tag nichts… Und es gab Pudding mit Kirschen!!!!!!!!!!!!

Am nächsten Tag standen 117km Strecke und 1800m Höhe an und ich fühlte mich immer noch richtig kacke. Keine Chance den Tag zu überleben. Also rauf auf dem Truck und den anderen beim radeln zugucken. Hab mich während der Fahrt mit Schokoriegeln und Pepsi eingedeckt und hab die anderen am Ziel erwartet. Die letzten fünf KM waren Off Road / Up Hill und jeder war froh schließlich im Camp zu sein.

Am dritten Tag war ich wieder mehr oder weniger fit, essen ging auch wieder und ich wollte auf jeden Fall die Blue Nile Gorge Etappe radeln. 89km Strecke und 2000m Höhe standen an. Die letzten 20km bestanden nur aus 1400m Steigung. Es ging einfach nur endlos bergauf…

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Aber erstmal gings zum Lunch. Auf der anderen Seite des Tals. In der Entfernung konnte man die Straße erkennen, die einen wieder bergauf brachte.. Nicht gerade ein Spass wenn man während der Abfahrt die ganze Zeit den Aufstieg wieder im Auge hat. Im Tal selber angekommen startet für den Anstieg das Einzelzeitfahren für die 20km bis zum Camp.

Die Temperaturen im Tal selber pendelten sich bei 45 – 48 Grad ein.

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Mein Vordermann war auf der Strecke. NUn musste ich eine Minute warten und dann war ich an der Reihe. Also los… immer bergauf. Habe für die ganze Strecke ungefähr 2:20h gebraucht. Die Temperaturen waren ungefähr immer die gleichen und drei KM vor dem Ziel ging mir das Wasser aus. Konnte meinen Vordermann zum Glück überholen und mir etwas von ihm borgen.

Die Aussicht war während der ganzen Fahrt absolut genial. Man war jedoch mehr mit sich selber beschäftigt, als dass man es irgendwie hätte genießen können… Nichts desto trotz hat es den Anstieg im einiges erleichtert wenn man nur nach links oder rechts gucken brauchte und die Landschaft einfach nur einmalig ist.

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Die nächsten beiden Tag bis Addis waren relativ unspektakulär. Über asphaltierte Straßen ging es bergauf, bergab, bergauf, bergab bis Addis Ababa. Haben unseren höchsten Punkt auf 3104m erreicht. (der höchste Punkt der ganzen Tour)

Die Kinder werden mittlerweile auch immer dreister. Teilweise laufen sie jetzt mit Peitschen hinter einem her und versuchen uns zu treffen… bis jetzt ohne Erfolg. Eine Fahrerin hat die Tage einen Stein ins Gesicht bekommen und musste ein paar ihrer Zähne auf der Straße lassen.

Manche der Fahrer haben sich mittlerweile selber mit Stöcken bewaffnet um die Kinder zu vertreiben. Viele fahren in Gruppen und manchen trauen sich gar nicht mehr zu fahren und benutzen den Truck. Das ist auf jeden Fall die negative Seite Äthiopiens. Und es geht einem tatsächlich übelst auf die Nerven!!! Einer unsere Fahrer ist wieder zur Gruppe dazu gestoßen (Knieentzündung in Gondar) und eine Fahrerin musste nach Hause fliegen, da ihr Mann von der Leiter gefallen ist.

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Sonst sind wir noch komplett und allen geht es den Umständen entsprechend gut.

Ich bin auch wieder fit und bereit für die nächsten Tag in Richtung Yabelo. Gestern haben wir es uns im Sheraton Hotel am Buffet gemütlich gemacht und heute abend gehts zum besten Italiener in der Stadt. Vorher steht noch ein bissl Sightseeing auf dem Programm.

Und vllt wieder ein Besuch im Sheraton für ne Massage und nen Sprung in den Pool 🙂

Vorhin war ich einkaufen und habe meinen Locker mit Chips, Keksen, Snickers, Mars und sonstigen Leckerein gefüllt. Bis Nairobi werden wir erstmal keine Möglichkeit haben uns welche zu kaufen… von daher muss man ja ein bissl vorsorgen 😉

Die Planungen für unsere drei Resttage in Arusha laufen auch schon. Auf dem Programm steht entweder eine Safari in den Ngorogoro Crater und in die Serengeti oder ein Flug nach Sansibar oder Dar es Salaam. Chillen und schnorcheln am Strand hört sich irgendwie auch nicht verkehrt an… Naja, wir werden sehen.

Joa, das wars erstmal von mir… mal schauen wann ich mich das nächste mal wieder melden kann… bis dahin alles Gute =)

 

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