Gondar

Das waren definitiv die acht härtesten Tage meines Lebens!!!! Ich war mehrere Male kurz vor dem Exitus…

In Khartoum haben wir noch den 5 Sterne Luxus genossen, da wir wussten, dass bis Gondar acht harte Tage auf uns zukommen… drei davon Off Road…

Image

Zum “warm werden” gabs am ersten Tag 140 km und am zweiten Tag 160 km auf asphaltierten Straßen. DIe waren soweit kein Problem, aber man konnte seine Beine trotzdem schon ganz gut spühren. Von Khartoum aus ging es in Richtung Süd – Ost zum Dinder NP. Dort haben wir die Straße verlassen und es ging in die Off Road Passagen.

Image

Stellt euch einfach die abgefuckteste Off Road Piste vor, die ihr jemals gefahren seid und legt nochmal ne Schippe drauf. Es ging einfach gar nicht…. Durchschnittsgeschwindigkeiten von 13 km/h waren angesagt. Die Arme taten weh, die Beine sowieso und der Hintern schmerzte dermaßen, dass man es irgendwann gar nicht mehr gemerkt hat. Aaaaber, das ist ja noch nicht alles…. Ich bin an allen drei Tagen zusammen mit Claire, Tessa und Alex gefahren und wir haben versucht morgens so viele KM wie möglich hinter uns zu bringen, da die Temperaturen im Laufe des Tages wieder ins unendliche stiegen. Allerdings war es nicht wirklich möglich in zwei Stunden bei angenehmen 25 Grad viele KM hinter sich zu bringen.

Am ersten Off Road Tag (82km) stiegen die Temp. “nur” bis knapp über 40 Grad. Angenehmes Fahren ist definitiv was anderes… Lunch war immer ein Genuss, Schatten sowieso und der Augenblick als die Finish Flag in Sicht kam……. unbeschreiblich!!

Am 2. Off Road Tag standen 102km auf dem Plan. Die Straße änderte sich nicht viel. Nur, dass jetzt noch Steine schmeißende Kinder dazu kamen… nicht viele, aber sie waren da 😉

Am Nachmittag haben wir Temperaturen bis 50 Grad gemessen… Radeln in dieses Temperaturen ist einfach nur die Hölle… vorallem da man auch nicht wirklich den Fahrtwind genießen kann, da man einfach viel zu langsam voran kommt.

Am 3. Tag waren es 87km. Wir waren mittlerweile alle total im Arsch und keiner konnte mehr so richtig. Viele Leute (gerade die etwas älteren) haben die Möglichkeit genutzt und sind im Truck mitgefahren. Es gab unendlich viele Stürze, da irgendwann einfach nur die Kraft und die Konzentration nachließ… die Anzahl der “Platten” stieg ins Unermessliche… Manche haben nach 11 Platten aufgehört zu zählen… und Reifen flicken bei 50 Grad ist definitiv kein Genuss!  Ich bin zum Glück von Platten und Stützen verschont geblieben. Es gab auch keine erst zu nehmenden Verletzungen. Lediglich Schrammen und blaue Flecke. Mache brachten es auf 5 Stütze und 10 Platten am Tag… Keine Statistik auf die man stolz sein kann 😉

What ever… am Tag drei war unsere kleine Gruppe mittlerweile so ausgelaugt, dass Gespräche auf ein Minimum beschränkt wurden und wir nur noch von Coke Stop zu Coke Stop dachten. Wenn kaltes Wasser schon zum Luxusgut wird… kann man sich ungefähr vorstellen wir wir uns fühlten.

Am Tag drei nach 87km kamen wir endlich im Camp an und wir wussten, dass danach endlich wieder asphaltierte Straßen anstanden…

Im Camp angekommen begann das gleiche Prezedere wie jeden Tag: Zelt aufbauen, Waschen und Suppe futtern um wieder ein wenig Salz in den Körper zu bekommen… Und auf einmal kam der Knock Out…. Die Temperatur war wieder bis an die 45 Grad gestiegen und selbst im Schatten konnte man nicht wirklich abkühlen… SObald der Körper zur Ruhe kam, ging es mit mir zu Ende. Überkeit, Schwindel, Kribbeln am ganzen Körper… Zack… das wars für die nächsten zwei Stunden mit mir.

Nach ein paar Stunden Ruhe, Endspannung, viel Wasser und Elektrolyte ging es irgendwann wieder und ich konnte sogar ein bissl was zu abend essen, um wieder einigermaßen fit zu sein für den nächsten Tag. Es standen ja nur 107 km auf asphaltierten Straßen an… manche sprachen schon von einem Rest Day… 😉

Ich war nicht der einzige den es so erwischte. Mindestens 10 andere Leute hatten das gleiche Problem und manchen ging es sogar noch schlimmer als mir… Naja, also um 20 Uhr ins Zelt kriechen, in dem es immernoch 40 Grad waren und der Boden regelrecht glühte… Gute Erholung 😉

Also denn… der nächste Tag. Mir ging es mittlerweile wieder einigermaßen und ich wollte auf jeden Fall versuchen ans Ziel zu kommen und nicht im Truck zu fahren… Alles für die EFI-Auszeichnung… Also los gings… nach einem Kilometer Off Road kam endlich die Straße… Allerdings war der Asphalt dermaßen für den Arsch, dass man es auch als Off Road hätte bezeichnen können… Wenigstens ging es nur geradeaus und es gab nur wenig Anstieg. Trotzdem wurde es zur Qual für mich…

Zum Glück sind wir in einer Gruppe gefahren und man wird durch die anderen gepusht und unterstützt wo es nur geht. Nach 96 km stand das Border Crossing nach Äthiopien an.

Verlief alles ohne Probleme und mitterweile fühlte ich mich so, dass ich zumindest nach 2 1/2 Wochen wieder ein kaltes Bier genießen konnte… IM Sudan ist ALkohol verboten..

Suppe und DInner gingen an dem Tag auch wieder gut und am nächsten Tag fühlte ich mich wieder fit… zwar nicht 100% aber auf jeden Fall besser… Am 7. Tag fing es mit dem Anstieg in die äthiopischen Berge an. Am ersten “Klettertag” standen nur 960 Höhenmeter und  knapp 100km Strecke an. Aber mit den anderen 6 Tagen in den Beinen, zog sich der auch schon ganz gut.

Die Landschaft ist wirklich unglaublich schön… Und zumindest die Erwachsenen sind unglaublich freundlich. Die KInder allerdings……………… schrecklich……. und es gibt einfach unendlich viele von ihnen!!! Steine, Stöcke, Schulbücker, Kannen…. einfach alles wird nach einem geworfen…

Am ersten Tag in Äthiopien hielt es sich noch in Grenzen… aber dann kam der 8. und letzte Tag.

Alle fühlten sich mittlerweile schrecklich… viele Leute sind krank und manche auch einfach nur zu erschöpft um weiterzumachen…

Tag 8: 107km Strecke und 2502 Höhenmeter. Am morgen beim Frühstück wusste ich einfach nicht wie ich das packen sollte. DIesmal sind wir nicht in einer Gruppe gefahren, sondern jeder für sich. Ich habs überlebt… irgendwie… keine Ahnung wie ichs gemacht habe… Einfach Kopf zu und nur die 2m vor meinem Bike im Blick… Push und Pull, Push und Pull… und das einfach unendlich oft.

Kleine Statistik von heute:

Getroffen von Steinen: 5

Getroffen von Stöcken: 2

Getroffen von Schulbüchern: 1

Getroffen von Dornenstöcken: 3

Katzen bei 50 km/h über den Haufen gefahren: 1

Hunden mit voller Kraft ins Gesicht getreten: 2

Beinahe Unfällen mit Kühen: 1

Beinahe Unfällen mit Eseln: 3

Die Nerven verloren: 1000000000000000000000

Kinder angebrüllt: 100000000000000000000000

Von ihnen komplett ignoriert worden: 100000000000000000000000

Achja…. ich hatte einen schönen Tag!!! 😉

Jetzt sitze ich in Gondar im Hotel mit nem kalten Bier und kann darüber lachen während ich es schreibe… in dem Augenblick war es allerdings das absolut schlimmste. Man war sowieso schon völlig am Ende und pfiff aus dem letzten Loch und dann prasselt die ganze Scheiße noch auf einen ein…. nicht schön.

Bin allerdings als 7.(!!!!) ins Ziel gekommen….. jihaaaaa 🙂

Manche Leute hatten weniger Glück mit den scheߧ$! dr?$%$ ?§$%/§ Blagen und sind gefallen… soweit ich weiss ist einer sogar im Krankenhaus und viele andere haben üble Verletzungen abbekommen…

Naja, wir sind ja nur 3 Wochen in Äthiopien unterwegs.. 😉

Soweit fühle mich mich aber wieder ganz gut und freue mich jetzt einfach nur auf meine zwei Rest Days hier in Gondar…einfach nur chillen, am Pool liegen, Wein und Bier genießen und ne heiße Dusche nach 8 Tagen genießen…. Das Leben kann so schön sein =)

Ich denke ich werde mich das nächste mal aus Addis melden… bis dahin macht et jut…

Und an alle Leute aus Köln: Lasst euch nicht zu viel ärgern!!! 😉

Tschöööööösen

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s