Khartoum

So, und hier nun das Update unserer Strecke von Dongola nach Khartoum:

Von Dongola ging es in vier Etappen nach Khartoum… 140 – 141 – 148 – 90 km.

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Haben den NIl verlassen und sind quer durch die Nubische Wüste gefahren. Die erste Etappe war relativ entspannt und wir konnten uns bei leichtem Rückenwind für die kommenden drei Tage “einfahren”. Die Temperaturen stiegen im Laufe des Tages wieder auf ungefähr 40 Grad.

Im Zelt haben wirs nicht gemessen, aber ich denke so um die 55 Grad werden es wohl gewesen sein. EInschlafen ist bei den Temperaturen auch nicht wirklich leicht. Es kühlt sich abends zwar etwas ab, aber so richtig angenehme Temperaturen erreicht man erst gegen 1 oder 2 Uhr.

Die zweite Etappe fing auch entspannt an. Die ersten 72 km zum Lunchtruck waren relativ ereigenislos. Nur endlose Wüste links und endlose Wüste rechts. Zwischendurch mal ein paar kleine Häuser in denen man mit Glück mal ein bisschen Schatten finden oder eine Cola kaufen konnte. Für den Km 102 war ein Coke Stop angekündigt, den wir natürlich auch mitgenommen haben. Allerdings war der etwas strange…. als wir stoppten kamen, wie eigentlich immer, alle Bewohner des Dorfes zusammen, um uns zu begrüßen bzw. einfach nur aus reiner Neugier. SO auch hier. Das Dorf schien allerdings nur aus Männern zu bestehen. Ca. 20 oder 25 Leute drängelten sich um uns. Jeder wollte mal ein Rad anfassen, die Klingel benutzen, oder Energy Drinks testen.

Ein Mann kam mit einem Bündel von 100 US Dollar Noten zu uns und fragte ob wir sudanesisches Geld für ihn hätten. Ich denke so um die 10.000 bis 20.000 Dollar werden es wohl gewesen sein.

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Wir waren alle ein bissl verwundert und keiner wusste so recht etwas damit anzufangen. Nach einer längeren Unterhaltung mit Händen und Füßen stellte sich heraus, dass die Männer am vorherigen Tag aus Lybien im Dorf angekommen ist. Da der Sudan relativ dicke mit Gaddafi war, kann man sich ungefähr vorstellen, um was für Leute es sich gehandelt hat. Wir also wieder auf unsere Räder und ab dafür 😉

Ab ca. 120 km hatten wir starken Rückenwind, der sich allerdings extrem schnell als Sandsturm entpuppte. Für die Fahrt war es angenehm, da wir den Sand und den Wind im Rücken hatte. Geschwindigkeiten von 50 km/h waren problemlos möglich. Im Camp angekommen war es allerdings der Horror. WIr hatten zum Glück unseren Truck als Schutz. Allerdings machte der es auch nicht so wirklich besser. Ans Zelt aufbauen war gar nicht erst zu denken.

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Da wir erst 14 Uhr hatten und somit noch einige Stunden Tageslicht, hofften wir, dass es sich im Laufe der nächsten Stunden wieder besserte. Dem war allerdings nicht so. Es wurde im Gegenteil immer schlimmer und schlimmer. Die Sonne war kaum noch zu sehen, die Sicht betrug zum Teil unter 100m und die Temperatur fiel um locker 15 Grad.

Zum Essen gab es gegen 17:30 Uhr Sand mit Hühnchen und Reis. Irgendwann musste auch das Zelt aufgebaut werden. Mindestens 5 Leute und jede Menge Steine waren nötig um ein Zelt aufzubauen. Manche haben es gar nicht erst versucht und haben die Nacht draußen im Schutz der Räder des Trucks verbracht.

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Ich habs geschafft mein Zelt mit Hilfe von mehreren anderen Leuten aufzubauen.

Auch in der Nacht wurde es nicht besser. Schlafen konnte man auch kaum, da es unglaublich laut war. Der Sand war einfach überall. Im Zelt, im Schlafsack, auf der Isomatte, in den Klamotten… einfach überall. Am nächsten morgen gegen 7 Uhr gabs dann wieder Cornflakes mit Sand. Der Sturm hatte sich immer noch nicht gelegt. In einem kurzen Rider Meeting wurde gesagt, dass das “Rennen” heute nicht stattfindet und jeder Rider 5h für die heutige Etappe bekommt, da es einfach zu gefährlich sei bei dem Sturm um die Wette zu radeln. Jeder sollte nur heile im nächsten Camp angekommen…. es standen 148 km an an dem Tag!!

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Unsere Räder hatten natürlich die ganze Nacht über draußen gestanden und waren über und über mit Sand bedeckt. Also hieß es zunächst Kette und Kassette säubern. Allerdings half das bei den meisten reichlich wenig. Mir erging es wie vielen anderen: die Schaltung hatte sich so voller Sand gesetzt, dass sie nicht funtionierte… alles Säubern half nichts. Also wurde die Kette manuell auf den höchsten Gang gesetzt und los gings…. Los ging es mit Rückenwind. Passte mir gut, da ich nur einen Gang hatte und das auch noch der höchste war. Allerdings war die Strcke ziemlich kurvenreich und aus dem Rückenwind wurde zwischendurch ein Cross WInd bzw auch kurzzeitg ein Gegenwind…. war ziemlich scheiße… 😉

Nach 47 km (immer noch im Sandsturm) stoppten wir für nen Tee und versuchten erneut unsere Schaltung zu säubern… bei liefs danach etwas besser… ich hatte nun drei Gänge zur Verfügung!!! 🙂

Im Laufe des Tages (nach ca. 80 km) legte sich der Sandsturm. Der Sand war zwar noch überall in der Luft, aber das war auf jeden Fall angenehmer als das stürmische Wetter.

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Es war definitiv mal eine Erfahrung… aber die brauche ich auch so schnell nicht wieder… Im Camp angekommen hieß es dann Bike säubern… Denke ich habe über ne Stunde gebraucht, um es wieder richtig gescheit ans Laufen zu kriegen… aber jetzt ist alles wieder bestens.

DIe vierte Etappe startete mit einem EInzelzeitfahren über 25km… Hab den siebten Platz mit ca. 35 Minuten belegt… bin ganz zufrieden. Allerdings hats nicht ganz geklappt die ganzen Holländer hinter mir zu lassen 😉 Die anschließenden 40 km zum Lunch waren leicht zu radelt. So langsam begannen die Vororte Khartoums. Ab Lunch fuhren wir wieder im Polizeikonvoi, da der Verkehr ungefähr mit dem Cairos zu vergleichen ist: Chaotisch!!

Phil, Alex, Darragh, Pascal, Tobi, Claire, Tessa und ich hatten uns schon von Dongola aus ein 5 Sterne Hotel gemietet =) Wollten uns nach 9 Tagen in der Wüste und Campen mal etwas gönnen und einfach mal wieder das Gefühl von Sauberkeit haben.

Das Hotel ist absolut super… es gibt funktionierndes WI-FI(!!!!). Gestern hab ich mir ne Massage gegönnt und es ging in die Sauna. Denke das gleiche werde ich heute auch wieder machen.

Das Hotel selber wurde mit Gaddafi Geldern errichtet. Als wir beim Lunch Buffet (der absolute Hammer!!!!!!) den Namen Gaddafi erwähnten drehten sich prompt ein oder zwei Köpfe zu uns um… Um uns herum saßen lediglich hohe Militärs und andere wichtig aussehende Menschen im Anzug.

Wir saßen bei Lunch mit kurzen Hosen, T-Shirt und Flip Flops… 😉

Morgen gehts wieder aufs Rad. Die nächsten zwei Etappen sind noch asphaltiert. Danach geht es sechs Tage Off-Road nach Gondor (Äthiopien), wo wir unsere nächsten beiden Rest Days haben… Dann heißt es auch endlich wieder Bierchen trinken!! Das ist hier im Sudan leider verboten…

Also denn…. das nächste mal melde ich mich aus Äthiopien… Tschösen

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